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EURO2019U21Seit 14. Juni ist Silvana Strieder in Italien. In besonderer Mission - denn die gebürtige Osttirolerin, selbst mit einer Karriere als Fußballerin, wurde von der AIPS unter sieben Bewerbungen aus Österreich zum "AIPS Young Reporter Programm" anlässlich der Unter-21-EM eingeladen. Und die junge Journalistin, die bisher als "Freelance" arbeitete, ist begeistert. "Ich habe an einem Tag mehr gelernt als im gesamten letzten Semester meines Journalismus-Studiums" war eine Aussage. Und den Artikel, den Silvana für uns mit ihren ganz persönlichen Eindrücken zu dieser zweiwöchigen Einladung der UEFA und des Weltsportjournalisten-Verbandes schrieb, beendet sie mit der Feststellung: "Das macht wirklich Lust auf mehr." Silvana Strieder will Sportjournalistin werden - jetzt hat sie in zwei Wochen viel dazugelernt. Und vor allem großartige Eindrücke gewonnen. Schon allein deshalb ist die Idee des "AIPS Young Reporter Programms" eine geniale - wir von Sports Media Austria versuchen, mit unserer "Young Academy" in freilich etwas kleinerer Form auch etwas für unsere jungen Sportjournalisten-AnwärterInnen zu tun.

Bildtext: Die AIPS Young Reporter mit ihren Mentoren vor dem Hotel - mit Silvana Strieder (Mitte, dunkle Kleidung) - Foto: AIPS

 

Unter 21 EURO - das erste Mal für Österreich und für mich

 

Von Silvana STRIEDER, AIPS Young Reporter Austria

 

Österreichs Torwart Alexander Schlager fasste die 10 Tage bei der Ubter-21-EM treffend zusammen: „Es macht einfach Lust auf mehr!“

Für ihn und das österreichische Team ging es nach dem 1:1 gegen Deutschland zurück in die Heimat. Für 17 AIPS „Young Reporter“ fing der Spaß jetzt erst so richtig an!

Am 14. Juni sind wir in Bologna angekommen. Eine bunte Mischung aus Vertretern der teilnehmenden Fußballteams sowie „Young Reporter“ aus Ungarn, Slowenien, San Marino, China und Uganda. AIPS Programme gibt es bereits seit 2011.

Am ersten Tag erhielten wir gleich die erste Lektion in Sachen Sportjournalismus.

Riccardo Romani ließ keine Gelegenheit aus, um uns auf die Wichtigkeit einer guten Vorbereitung auf Sportevents wie dieser Unter-21 EURO aufmerksam zu machen. Martin Mazur startete seine Ansprache mit den Worten „two weeks can change your life!“ und Keir Radnedge erklärte uns, warum Journalismus ein Privileg ist, dass man bei diesem Job immer etwas dazu lernen kann und dass man keine Angst haben soll, Fragen zu stellen - „thats your job anyway“, sagte Keir.

Nach diesen Ansprachen wurde schnell klar, was von uns erwarten würde und welches Glück wir haben, dabei sein zu dürfen. Am Ende kam sogar noch AIPS Präsident Gianni Merlo vorbei, um uns ein paar seiner Weisheiten zu schenken.

Danach wurde die Gruppe aufgeteilt. Der Großteil blieb in Bologna - eine kleine Gruppe von sechs Young Reportern und dem Mentor Martin Mazur, machten sich auf den Weg nach Udine. Dort fanden die Spiele der Gruppe B mit Österreich, Deutschland, Dänemark und Serbien statt.

Vormittags standen Unterrichts-Einheiten mit Martin Mazur auf dem Programm. In diesen Einheiten lernte ich mehr, als im gesamten letzten Semester in meinem Journalismus-Studium.

Wie schreibt man einen richtigen Matchreport, wie schaut die Struktur eines Artikels aus, worauf muss man bei einem Livespiel achten, wie findet man spannende Storys, und, und, und ...

Zu Mittag war immer „Biffi“ Zeit, sprich: essen in unserem Lieblingsrestaurant „Biffi“. Der Besitzer ist großer Fußballfan und hat überall Fotos und Originaltrikots von z.B: Totti oder Maradona inkl. Unterschriften im Restaurant hängen. Weil das Essen und die Atmosphäre so gut waren, kamen wir auch Abends immer hierher. „Schreiben, schlafen, Biffi, repeat“ lautete unser Motto.

Nachmittags bzw. abends fuhren wir mit dem Bus oder Zug ins Stadion nach Udine oder nach Triest. PK´s, Mixed Zones und die Spiele der Teams waren immer wieder ein Highlight, man konnte die jungen Fußball-Stars nicht nur von der Nähe betrachten, sondern ihnen auch Fragen stellen.

Einen Tag werde ich aber niemals vergessen: der zweite Spieltag in Udine, Österreich gegen Dänemark. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle für mich und die beste Lehre meines Lebens.

Die Aufgaben waren klar: Spiel anschauen, Matchreport am Ende abgeben, schnell in die Mixed Zone rennen und Interviews mit den Spielern führen, dann noch kurz zur PK schauen und daheim noch was schreiben. Womit ich aber nicht gerechnet habe, waren die Emotionen, die der Fußball auslösen kann!

Österreich verlor das Spiel mit 1:3. Ein Ergebnis, mit dem man nach dem tollen Serbien-Spiel nicht gerechnet hatte bzw. man träumte einfach von mehr. Die Einleitung des Matchreports ging schon mal in die Hose und musste nach Abpfiff schnell umgeschrieben werden. Dänemarks Sieg war anscheinend wichtiger als Österreichs Niederlage.

Kurz die Enttäuschung runterschlucken, was Nettes über die Skandinavier schreiben und ab zur Mixed Zone. Dort holte ich gleich den ersten Österreicher für ein Interview. Der Spieler war so enttäuscht und traurig, dass das plötzlich auf mich abfärbte. Damit hatte ich nicht gerechnet und ich versuchte, so professionell wie nur möglich zu bleiben.

Beim nächsten Match ging ich ganz anders an die Arbeit und ich ließ mich nicht mehr von den ganzen Emotionen mitreissen, sondern konzentrierte mich auf meine Arbeit.

Diese Erfahrung brachte mich einen großen Schritt näher in Richtung Sportjournalismus - etwas, das keine Theoriestunde einem beibringen kann.

Nach Spieltagen oder PK´s saßen wir oft bis vier Uhr morgens in der Lobby des Hotels, schrieben an unseren Artikeln oder redeten über dies und das und natürlich über Fußball.

Nach 10 Tagen Udine hieß es Koffer packen und zurück nach Bologna, wo wir wieder auf die anderen „Young Reporter“ trafen. Jetzt steht noch das große Finale an. Ein kleines Fazit kann ich jetzt schon ziehen: Ich bin AIPS, SMA und UEFA so dankbar, dass ich hier dabei sein darf, es macht WIRKLICH Lust auf mehr!

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04.09.2019, 18:00

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