Das IOC hat kürzlich die Nordische Kombination aus dem olympischen Programm genommen, aber da soll noch lange nicht das letzte Wort gesprochen worden sein. "Wir kämpfen darum, dass dieser Bewerb bald wieder auf die Olympiabühne zurückkehrt", sagte (der neue) FIS-Präsident Alexander Ospelt am Dienstag im Rahmen des "Forum Nordicum" in Nove Mesto (CZE). Möglich werden soll das "mit einem völlig neuen Format, bei dem Teams antreten sollen, die gleichzeitig springen und langlaufen." Das Format, das im Februar mit einem ersten Event in Lake Placid getestet und dann den TV-Anstalten zur Begutachtung vorgelegt werden soll, klingt auf den ersten Blick kompliziert, sei es aber nicht. "Wir müssen die Nordische Kombination für die Zuschauer vor Ort und die TV-Zuschauer attraktiver, spannend machen", sagt der 58-jährige Liechtensteiner (@SMA), der im Juni beim FIS-Kongress in Belgrad mit 65:64 Stimmen seinen Vorgänger Johan Eliasch ablöste. Ospelt meinte, er sei auf einem "guten Weg, die nationalen Skiverbände wieder zur Solidarität" zurückbringen zu können, doch hat sein kürzlicher Vorschlag, jedes Jahr eine WM auszutragen, vor allem im ÖSV wieder für Unruhe gesorgt. Ospelt steht dazu. "Wir haben bei den Alpinen nach den traditionellen Rennen im Jänner wie Wengen, Kitzbühel und Schladming bis zum Weltcup-Finale im März ein Loch. Es interessiert sich kaum noch jemand für Ski. Eine WM, kürzer und konzentriert auf zwei Wochenenden, könnte dieses Loch auffangen."
Die FIS sei auch bestrebt, neue Marketing-Ideen in "neuen" Ländern umzusetzen. So sei der FIS-Präsident eben erst aus Aserbaidschen nach Europa zurück gekehrt, "es haben auch Länder wie Kasachstan und China großes Interesse, einzusteigen und Events, bis hin zu einer WM, zu veranstalten", sagt der Rechtsanwalt. "Wir müssen uns als FIS mehr öffnen." Auf die Frage, ob man wieder - wie vor der Ära Eliasch - zum Standard mit Pressekonferenzen nach den Rennen und besseren Interview-Möglichkeiten zurückkehren wolle, meinte Ospelt: "Die Athleten müssen alle durch einen Ausgang raus, bei dem sie nicht nur den TV-Rechtehaltern Interviews geben sollten, sondern allen Medien. Wir werden darauf schauen." Zum Thema PK äußerte er sich aber nicht, sehr wohl aber dazu, dass es bei den TV-Rechten der Nordischen WM 2027 in Falun Probleme gibt: "Die Pay-TV-Sender zahlen mehr als öffentlich-rechtliche, aber wir müssen darauf achten, dass alle Ski-Fans die Übertragungen sehen können. Wir hoffen, diese Frage in den nächsten Wochen klären zu können."
Klären muss der neue FIS-Präsident auch die wirtschaftliche Situation des Ski-Weltverbandes. Das Konto schrumpfte in derEliasch-Ära von 81 auf 43 Millionen. Aber, wie man hört, ist der Schwede schon wieder guter Dinge, bei der nächsten Wahl wieder anzutreten ...
